Going West

October 28th, 2010 by schneidf

The most beautiful ad for reading ever – made for the New Zealand Book Council to encourage people to read and enjoy fiction, it works for me.

time is running out by the minute

October 28th, 2010 by schneidf

Jetzt habe ich länger nicht geschrieben und bin mittlerweile schon über einen Monat beim Bookcouncil. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Mein Praktikum ist vorbei und ich habe nur anfängliche Eindrücke auf diesem Blog… Das kann nicht so weitergehen.
Ich arbeite jetzt full time, was eigentlich nur bedeutet, dass es allerhand zu tun gibt für mich und ich nicht früher gehen kann. Oft vergesse ich sogar schon Sachen bzw. stehe unter Zeitdruck, das ist sicher ein erster, richtiger Schritt in die wahre Erfahrung eines Arbeitsalltags.
Ich bin jetzt auch zum Assistant Education Coordinator ernannt worden und setzte diesen Titel auch immer schön unter die Mails, die ich jeden Tag zahlreich verschicke. Ich arbeite nach wie vor meistens für und mit Emma, die ihrerseits die Education Programme des Book Councils leitet. Ich organisiere Schriftstellerworkshops an Schulen, arbeite dabei mit allen Erscheinungsformen von Microsoft Office, mit Zahlen und Buchstaben, Lehrern, Autoren und ab und an auch Leuten, die ein Buch aus ihrer Kindheit suchen. Ja, es ist schön, dass man mir eigentlich wirklich alles zutraut und ich im Grunde an alles herangeführt werde, was Emma auch so macht. So habe ich auch kleine Artikel für einen Education Newsletter zusammengestellt und auch mich auch am Layout probiert. Natürlich muss alles sehr gründlich geedited werden, aber das ist ja klar. Auf jeden Fall macht es jetzt großen Spaß bei den lieben Leuten vom Book Council, die je nach Tageszeit und Befindlichkeit Emma, Rachel, Nadya, Bianca und natürlich der liebe Chef, Noel umfassen. Ich mache nach wie vor gerne und für alle Tee (aber nur, weil ich den meisten trinke und dann eben für ein paar Leute mehr die Tassen auffülle) und bringe auch gerne mal einen Schokoriegel oder Marshmallowfish (!) vom Supermarkt mit (nicht, weil ich Praktikantin bin, sondern weil ich mal eine Pause mache und das Gebäude verlasse).
Ich lese leider zu wenig beim Book Council. Da ich auch an der Website mitarbeite und zum Beispiel die neuen Bücher, die jeden Monat in Neuseeland erscheinen, auf die Seite lade, werde ich regelmäßig von dem triebhaften Wunsch heimgesucht, jegliche Bücher auch zu lesen, über die ich da ein paar Zeilen schreiben muss. Es wäre so wunderbar, etwas mehr Zeit zu haben, sich mit neuseeländischen Büchern hinzusetzen und endlich mal in der variety of books and authors here zu schmökern. Ja, natürlich habe ich Wochenenden, aber da ich auch in einem unfassbar schönen Land bin, nutze ich die Zeit zum Rauskommen, Natur anschauen, Rumfahren, den Frühling, das Meer, die saftgrünen Hügel, den Anblick mannshoher Baumfarne aufzusaugen. Und da Autos und Benzin hier so viel erschwinglicher sind, ist es eine Leichtigkeit, Wellington und dem Stadtleben am Wochenende den Rücken zu kehren. Ja, ich setze mich hier wirklich mit Luxusfragen in Bezug auf die Freizeitgestaltung auseinander, vielleicht wäre das bei einem Praktikum in -z.B. Hildesheim…- einfacher gewesen..
Deswegen ist es umso schrecklicher, dass auch hier, in einem Land, wo die Leute so viel entspannter und unkomplizierter sind, die Zeit mindestes genauso schnell vergeht. Wieso denkt man nur vorher immer, dass drei Monate lang sind…
I enjoy every day und ja, ich bin noch nie so gerne zu meinem Praktikumsarbeitsplatz gegangen wie hier. Es macht Spaß, die Leute sind offenherzig, zugänglich und witzig – es wird viel und gerne über private und allgemeine Dinge geredet, was den Tag extrem auflockert. Heute gab es z.B. eine Diskussion über den hiesigen Disput zwischen der neuseeländischen Schauspielergewerkschaft und Peter Jackson, der seinen neuen Film ‘The Hobbit’ schon in ein anderes Land zu verlegen gedroht hat! Ganz NZ war mehrere Wochen in Angst und Aufruhr, auch unser Büro hat gebangt und heute, nachdem endlich feststeht, dass der Film bleibt, war die Freude groß.
Es sind kleine Dinge, die den Tag und die Erfahrung ausmachen: die Lässigkeit des Chefs, als ich versehentlich einen großen Teil unserer Website gelöscht habe, die Freude, wenn ich für jemanden ein Buch im Internet finde, dass er aus seiner Kindheit kennt und von dem er den Titel vergessen hat, die Freude und die Faszination für Bücher und gute Geschichten, die natürlich auch die Leute im Book Council verbindet und selbst der dullsten Arbeit einen Beigeschmack der Sinnhaftigkeit gibt.

New Zealand Book Council, 69 Boulcott Street

September 25th, 2010 by schneidf

Die erste Woche beim Book Council ist vorüber. Es ist erstaunlich, wie viel Parallelen es doch zu einem Praktikum an einer deutschen Institution geben kann – zunächst is es auch eine kulturelle Einrichtung, die on a tight budget lebt, von Fördergeldern abhängig ist, überwiegend nur Halbtagskräfte beschäftigt und (natürlich) einem Praktikanten nichts zahlen kann. Trotzdem ist es um ein Wesentliches freier und relaxter, es gibt hier einfach nicht so eine Hierarchie, wie sie die Deutschen in Firmen etc. gerne korrekt einhalten. Der Chef macht hier auch mal für alle Tee, sitzt im gleichen Großraumbüro und trägt Turnschuhe, wenn er mit dir zusammen das Archiv ausmistet – solche Aufgaben gehörten nämlich auch zu meinen ersten Taten als Praktikantin. Aber ansonsten habe ich meinen eigenen Computer und Arbeitsplatz (oho) und helfe Emma, einer Mitarbeiterin, mit der Organisation von Tours von neuseeländischen Schriftstellern, wenn sie zum Beispiel Workshops in Schulen oder Bücherein geben. Ich habe also eMails verschickt, Übernachtungsmöglichkeiten recherschiert und mit solchen Dingen zum Gelingen der ganzen Bildungsmission des Book Councils beigetragen. Nächste Woche werde ich auch lernen, Buchbesprechungen und Vorstellungen auf die Homepage zu laden und entsprechende Texte und Bilder dafür zu suchen. Bisher gab es also noch keine allzu große Gelegenheit für einen creative input for me, aber es war die erste Woche und es werden viele folgen. Auf jeden Fall ist die Atmosphäre im Book Council sehr angenehm familiär, unaufgeregt und die Leute interessieren sich einfach für einen – ich bin Frauke und nicht ‘die Praktikantin’. Sehr angenehm. Photos to follow.

When I wake up to the morning light

September 20th, 2010 by schneidf

what I know so far…

September 20th, 2010 by schneidf

…about my praktikumsinstitution beschränkt sich auf die Selbstdarstellung des Book Councils auf seiner website: http://www.bookcouncil.org.nz/
Klingt nach einer Organisation zur Förderung von neuseeländischen Schriftstellern und dem Lesen im Allgemeinen, wie sie in Deutschland so keine Entsprechung findet. Ich bin gespannt.

first movements

September 20th, 2010 by schneidf

So, nachdem der Jetlag jetzt einigermaßen überstanden ist, schreibe ich den ersten Eintrag. Ich habe meine Stadt, meine Unterkunft, Supermärkte und Kommunikationsmöglichkeiten gefunden und bin nun bereit, morgen mein dreimonatiges Praktikum beim… nein, nicht beim Goethe-Institut, sondern beim New Zealand Book Council in Wellington/Neuseeland zu beginnen.
Hier in Neuseeland ist alles etwas unkomplizierter. Das Praktikum auf eigene Faust zu finden, ist sehr viel einfacher und unspektakulärer, als man sich das als Hildesheimer Student zunächst vielleicht vorzustellen vermag. Einige E-Mails blieben zwar unbeantwortet, aber die meisten Antworten auf einfache Mailanfragen beschränkten sich auf eine klare Absage oder eben (wie in meinem Fall) auf eine Ein-Satz-Antwort wie ‘yes, we’d love to have you working for us for a couple of months’ – Und das bevor ich meinen Lebenslauf geschickt habe, der vielleicht auch gar nicht notwendig gewesen wäre. Morgen also gehe ich um 09.30 Uhr zum New Zealand Book Council und schaue mal, was ich dort so feines machen kann. Heute war ich schon in Wellington unterwegs, habe das Gebäude gesichtet, das Schild des Councils im Treppenaufgang und den schnellsten Weg zur Railway Station. Da kann ja nichts schief gehen, I hope the building is earthquake-proof.